Kreissynode des Kirchenkreises Jülich tagte

Kreissynode des Kirchenkreises Jülich am 15.06.2019

Keine Angst um die Zukunft der Kirche

Viele Begabungen und Ressourcen vor Ort - Kreissynode des Kirchenkreises Jülich tagte in Düren.


Haus der Evangelischen Gemeinde zu Düren

Knapp 90 Synodale aus den 19 Gemeinden des Kirchenkreises Jülich versammelten sich am vergangenen Samstag im Haus der Evangelischen Gemeinde zu Düren zur jährlichen außerordentlichen Sommersynode. Da Superintendent Jens Sannig erkrankt war, leitete seine Stellvertreterin, Synodalassessorin Susanne Bronner, die Tagung, die unter dem Thema "Gott im Gemeinwesen" stand.



Das Ohr, das sich an einer Wand des Gemeindezentrums findet, wies gewissermaßen hin auf den Hauptvortrag. Reverend Paul Cromwell hatte monatelang Gemeinden und Arbeitsbereiche des Kirchenkreises besucht. Er hatte zugehört, sich informiert, nachgefragt, um sich ein möglichst genaues Bild von dem zu machen, was jeweils vor Ort geschieht.

"Gott im Gemeinwesen - auf dem Weg als solidarische Kirche – Kirche mit anderen", so hatte der Referent seinen Vortrag überschrieben.
Das Ziel des Projektes "Kirche mit anderen", das die Jülicher Kreissynode 2017 begonnen hatte, ist unter anderem, Kirchengemeinden mit Personen, Gruppen oder Organisationen in der Kommune zu verbinden. Auf diese Weise sollen alle Beteiligten gemeinsam das Leben vor Ort gestalten.


Zur Person: Reverend Paul Cromwell ist von Hause aus Funktionspfarrer der United Church of Christ in den USA, einer Partnerkirche der Evangelischen Kirche im Rheinland.
Dort hat er 25 Jahre lang vor allem mit Kirchengemeinden als Community Organizer gearbeitet, um eine Bürgerbeteiligung von unten zu stärken.
Seit 2004 arbeitet er als Berater und Trainer mit Organisationen in Deutschland sowie in Mittel- und Osteuropa.

Reverend Cromwell hatte die Aufgabe, zunächst von den Gemeinden und Arbeitsbereichen des Kirchenkreises zu erfahren, welche Hoffnungen, Wünsche und Herausforderungen vorhanden sind.


Reverend Paul Cromwell

Zu diesem Zweck führte er von August 2018 bis Mai 2019 Einzelgespräche oder Gruppendiskussionen mit etwa 150 Personen. Dazu kamen Gespräche mit mehr als 40 Gemeindepfarrer*innen und Funktionspfarrer*innen (Schule, JVA, Krankenhausseelsorge etc.).
Sein Fazit: "Es geschieht viel gute Arbeit in Kirchengemeinden, Funktionspfarrstellen und im Kirchenkreis".
Zugleich erfuhr er von seinen Gesprächspartner*innen deren Hoffnungen und Wünsche über das Bestehende hinaus: Zum Beispiel, noch viel mehr Menschen in allen Bereichen des Gemeindelebens zu aktivieren, in Gottesdienst und Gemeindeleitung, in diakonischen Aktivitäten.
Kinder und Jugendliche sollten verstärkt angesprochen, aktiviert und eingebunden werden, aber auch junge Familien oder auch ältere Menschen. Der Gottesdienst in ansprechender Form solle zum Zentrum des gemeinsamen kirchlichen Lebens werden. Und allgemein müsse eine Willkommenskultur kultiviert und verstärkt werden.


Es werde für wichtig gehalten, dass Kirche ein sozial engagiertes Profil behält und eine Sprache und Formen findet, die auch in einer säkularen Gesellschaft Bedeutung haben.
Und ganz entscheidend: "Kirchliche Aktivitäten sollen nicht nur für Menschen geschehen, sondern mit Menschen!"
Für den Kirchenkreis wünschten sich die Gesprächspartner*innen "die Pflege des sozial engagierten Profils und der entsprechenden Aktivitäten." Im Blick auf die künftig schwindenden personellen und finanziellen Ressourcen werde es entscheidend darauf ankommen, vertrauensvoll miteinander über Personal- und andere Entscheidungen zu reden, damit letztlich keine Gemeinde und kein Arbeitsbereich einfach auf der Strecke bleibt.


Synodalassessorin Pfarrerin Susanne Bronner

Die Synodalen hatten anschließend Gelegenheit, mittels eines Fragebogens ihre Wünsche, Schwerpunkte u.a.m. im Prozess "Gott im Gemeinwesen" mitzuteilen.
Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Pfarrerin Vera Schellberg, die bereits die Synodenvorbereitung und die Formulierung der theologischen Grundlegung einer Gemeinwesendiakonie geleistet hatte, wird sich mit den Ergebnissen der Fragebogenaktion befassen.
Und auch der nächste Schritt ist noch zu leisten: Wie können Gemeinden sich mit anderen Akteuren in der Kommune/in der Nachbarschaft/im Quartier vernetzen, um so gemeinsam ein möglichst gutes Leben für alle zu erreichen.


Beratungen führen zu Beschlüssen – Beschlüsse führen zu intensiver Arbeit bei der Umsetzung
Im letzten Teil der Synodaltagung beschlossen die Synodalen u.a. ein "Rahmenkonzept für die gemeinsame Personalplanung im Kirchenkreis Jülich". Damit soll im Blick auf die Zukunft gewährleistet werden, dass bei schwindenden finanziellen und personellen Ressourcen die kirchliche Arbeit so gut wie möglich gestaltet werden kann; dazu wird übergemeindliches resp. regionales Denken, Planen, Entscheiden und Handeln nötig sein. Und eben dazu bietet das Rahmenkonzept die Voraussetzungen.
Zum Funktionieren der Arbeit in Gemeinden und Kirchenkreis gehört auch eine gute Verwaltung. Die von den Synodalen beschlossene "Satzung gemeinsame Verwaltung" folgt den landeskirchlichen Vorgaben und schreibt zugleich fest, dass es neben dem Verwaltungsamt in Jülich auch weiterhin eine eigene Verwaltung der großen Evangelischen Gemeinde zu Düren gibt.
Bevor durch eine Reihe von Wahlen verschiedene Positionen in Gremien und Ausschüssen neu besetzt wurden, berichtete Verwaltungsleiter Christian Preutenborbeck über den aktuellen Sachstand beim "Neubau des Verwaltungsgebäudes". Der Bauplatz ist vorbereitet, also "bebauungsreif". Alle notwendigen Anträge inkl. Bauantrag an die Stadt Jülich sind gestellt. Aktuell wird das Leistungsverzeichnis erarbeitet, damit ca. im Juli ein Generalunternehmer gesucht und beauftragt werden kann. Baubeginn soll im kommenden Herbst sein.

Text und Fotos: © Johannes de Kleine, Kirchenkreis Jülich


Zur Vorgeschichte der aktuellen Synodaltagung: "Gott im Gemeinwesen"
Im Juni 2017 hatte sich die Synode zum ersten Mal mit diesem Thema beschäftigt.
Es geht darum, dass Kirchengemeinden sich im Gemeinwesen mit anderen Gruppen, Einrichtungen etc. vernetzen. Alle Beteiligten bringen die jeweils eigenen Ressourcen ein und arbeiten auf Augenhöhe zusammen, um gute Lebensmöglichkeiten für alle im Gemeinwesen zu gestalten.
Darüber hinaus soll es ein Ziel sein, "auf politische Prozesse Einfluss zu nehmen und sich auch strukturell für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung in der Mitarbeit am Schalom Gottes zu engagieren." (Synodenbeschluss vom 10.06.2017)
Eine Arbeitsgruppe wurde damals beauftragt, "theologische Grundlagen zu formulieren; die vielfältigen guten Erfahrungen aus den Gemeinden und aus dem Kirchenkreis zu sammeln und auszuwerten; zusammenzutragen, was die Gemeinden für ihren Weg brauchen; … der Sommersynode 2019 Anregungen und Ideen vorzulegen für ein zielgerichtetes Handeln der Vernetzung von Gemeinden mit Akteur*innen und Institutionen im Gemeinwesen zur Realisierung guter Lebensmöglichkeiten." (Synodenbeschluss vom 10.06.2017)

Judas Passionsspiel April 2019

Judas Passionsspiel April 2019

ein Passionsspiel nach Walter Jens

Am Mittwoch, 3. April 2019, um 18:00 Uhr
Evangelische Christuskirche Jülich, Düsseldorfer Str. 30, 52428 Jülich
Unter diesem Titel präsentiert die Evangelische Kirchengemeinde Jülich das Passionsspiel "Verteidigungsrede des Judas" nach Walter Jens.
[hier mehr lesen ...]

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